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Das Wahrzeichen von Cuxhaven

Die Kugelbake





Kugelbake 2 Cuxhaven ist für die Schifffahrt schon seit vielen Jahrhunderten ein wichtiger Anlaufstandort. So entstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts (ab 1440) an der äußersten Landspitze Cuxhavens ein schon ziemlich verlässliches System von Fahrwassermarkierungen (Seetonnen und Baken), die jedoch nur als Tagessichtzeichen dienten.
Das sogenannte "Kugelbakenlicht" als dauernde nächtliche Orientierungshilfe hatte man erst 1853 eingerichtet. Es wurde zunächst in einer kleinen Hütte innerhalb der Kugelbake unterhalten.


Kugelbake 1 Der Bau der ersten Bake an der Cuxhavener Landspitze ist nicht genau überliefert. Sie muss jedenfalls 1706 bereits vorhanden gewesen und auf einer Stelle errichtet worden sein, auf der bis zum 1703 noch eine Baumgruppe als Seezeichen und Peilungspunkt gedient hat.
Links im Bild ist die 1898 erneuerte Kugelbake (rechte Bake) zu sehen, neben ihrer Vorgängerin.


Kugelbake 2 Bis die heutige Form der Kugelbake entstand, war es ein langer Weg. Immer wieder musste das Holzbauwerk wegen Sturmfluten, Blitzschlag und Wettereinflüssen umgebaut oder erneuert werden.



Zur Geschichte der Kugelbake



Die Kugelbake befindet sich direkt beim Fort Kugelbake Cuxhaven. Fast sieben Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte an die Stadt Cuxhaven im Jahr 1907 genehmigte der Hamburger Senat das Stadtwappen von Cuxhaven: Es zeigte u. a. mit der vom Wasser umspülten schwarzen Kugelbake auf goldgrundiertem Wappenschild eines der heute bekanntesten Wahrzeichen des Elbe-Weser-Region. Die gewaltige, etwa 30 Meter hohe Holzkonstruktion, erreichbar über einen 260 Meter langen Wellenbrecher, gehört noch immer zu den markanten Bauwerken an der Elbmündung, obwohl sie heute ihre ursprüngliche Bedeutung als wichtige Orientierungs- und Navigationsmarke für Schiffer verloren hat. Die Kugelbake markiert den geographischen Punkt, an dem die Elbe endet. Seit dem späten Mittelalter war Hamburg als eigentlicher Nutznießer des für den Handel wichtigen Verkehrsweges bestrebt, mit hohem finanziellen Aufwand die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten.
Selbst ortsfremde Seeleute sollten sicher auf der Elbe navigieren können. So entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts (ab 1440) an der äußersten Landspitze Cuxhavens, die sich halbinselförmig zwischen die Trichtermündungen von Elbe und Weser schiebt, ein schon ziemlich verlässliches System von FahrWassermarkierungen (Seetonnen und Baken), die jedoch nur als Tagessichtzeichen dienten. Das sogenannte "Kugelbakenlicht" als dauernde nächtliche Orientierungshilfe hatte man erst 1863 eingerichtet. Es wurde zunächst in einer kleinen Hütte innerhalb der Kugelbake unterhalten. Der Bau der ersten Bake an der Cuxhavener Landspitze, ursprünglich auch als "Strangflyer Bake" oder "Kleine Bake" (im Gegensatz zur größeren unmittelbar am Hafen) bezeichnet, ist nicht genau überliefert. Sie muss jedenfalls 1807 bereits vorhanden gewesen und auf einer Stelle errichtet worden sein, auf der bis zum Jahre 1803 noch eine Baumgruppe als Seezeichen und Peilungspunkt gedient hatte. Nachdem diese Bäume bei einer heftigen Sturmflut im Dezember 1803 fortgespült worden waren, beschloss die hamburgische Kämmerei, "auf Veranlassung des Lotsinspektors Paul Allers, hier eine 86 Fuß hohe Bake zu errichten". Dass die erste Bake tatsächlich zwischen 1803 und 1807 entstanden sein muss, beweist darüber hinaus eine Kämmereirechnung aus dem Jahre 1807 "für Theerung der großen und kleinen Bake". Alte Quellen belegen übrigens, dass im Mittelalter alle Seezeichen als "Baken" bezeichnet wurden, sogar Kirchtürme oder Leuchttürme. Sehr viel später tauchten dann 3 voneinander differierende Begriffe auf: Pricken, Kopfbaken und Kapen. Alle einstmals existierenden Baken erhielten erst seit 1878 oder sogar später ihr charakteristisches, leicht zu unterscheidendes Aussehen. Die Lebensdauer dieser imposanten Bauwerke war indes nie sonderlich lang, weil unwirtliche Wetterverhältnisse, Holzfäulnis, Sturm und Blitzschlag die Lebensdauer der Baken auf höchstens 30 Jahre begrenzten. Daraus resultierten beträchtliche Kosten; so wurden zum Beispiel für den Bau der Cuxhafener Rosbake 70 000 Mark veranschlagt. Dass die mit Beginn des 18. Jahrhunderts gebaute Kugelbake wegen häufiger Sturmfluten und dadurch bedingter Landverluste nicht immer den gleichen Standort gehabt haben kann, geht aus einem aufschlussreichen Bericht des Kieler Professors für Philosophie und Mathematik, Johann Nicolaus Tetens, hervor, den dieser anlässlich einer "Reise in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus" 1888 abgefasst hatte. Dort heißt es: "... Man sagte mir, es lebe noch jetzo eine alte Frau, die in ihrer Jugend auf einem Hofe gedient habe, der außerhalb der Kugelbake gestanden habe, und also nun in der Elbe liegt.
" Weiter fährt Tetens fort: "Die Kugelbake hat ihren Namen von der kugelförmigen Gestalt der Pfanne, worin das Feuer unterhalten wird. Sie bezeichnet mit einer anderen Bake auf Neuwerk, welche die Blüse heißt, eine von den geraden Linien, wodurch die Einfahrt in die Elbe aus der See bestimmt wird." Zusätzliche Befestigungsarbeiten an der Kugelbake fanden 1830 statt. Genützt hat das nicht viel, denn 1843 stürzte bei einem Orkan das Bauwerk mitsamt dem Uferwerk in die Fluten "...dass am folgenden Morgen auch keine Spur davon zu sehen war". Diesen detaillierten Hinweis verdanken wir dem aus Axstedt im Altkreis Wesermünde gebürtigen Bauernsohn und späteren Wasserbaudirektor Reinhard Woltman (1868 - 1838), der erstmals um 1884 nach Ritzebüttel (heute ein Stadtteil von Cuxhaven) des heutigen gekommen war und bis zum Beginn der sogenannten Franzosenzeit als Leiter der Stack- und Uferbauten im Amt Ritzebüttel für Wasser- und Deichbau zuständig war. Es war jedenfalls ein langer Weg, bis die Kugelbake ihre heutige Form erhielt. Auf einem seltenen Fotodokument aus dem Jahre 1878 sehen wir 2 Baken fast nebeneinander, nämlich die damals gerade neu errichtete Kugelbake im Vordergrund, dahinter die abbruchreife, baufällige Vorgängerin von 1837, die ungefähr 26-30 Meter weiter nördlich stand. Kurze Zeit darauf, im deutsch-französischen Krieg (1880/81), musste die Kugelbake aus Sicherheitsgründen abgebaut werden, um feindlichen, vor der Küste operierenden Kriegsschiffen unter keinen Umständen das Einschießen auf die dahinter gelegene Küstenbatterie zu erleichtern. Auch alle Lotsenschoner, Galioten und Feuerschiffe wurden eingezogen und nach Hamburg gebracht. Der Wiederaufbau erfolgte im Sommer 1881. In gleicher Form wurde die Kugelbake schließlich im Juli 1898 noch einmal erneuert. Um die Jahrhundertwende (1899/1900) begann der berühmte Seefunkpionier Prof. Dr. Jonathan Zenneck mit seinen Versuchen, über Funk eine Verbindung zwischen dem Festland und Schiffen auf See herzustellen. Zu diesem Zweck hatten die Verantwortlichen innerhalb der Kugelbake eine Holzhütte konstruiert, die mit allen erforderlichen technischen Geräten und Antennen ausgestattet war .
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges musste die Kugelbake ein letztes Mal weichen. Erst 1924 wurde sie in ihrer jetzigen Form und Größe mit einem Kostenaufwand von 8.000 Mark erneut aufgebaut, jedoch nicht mehr mit der namengebenden Kugel, sondern mit 2 runden, rechtwinkelig zusammengesetzten Scheiben an der Spitze. Und so ist sie auch heute noch zu bewundern.




Einige schöne Bilder der Kugelbake



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